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Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme

Die folgenden Beiträge können in diesem Artikelbereich gefunden werden.


Name des Artikelbereichs: Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme

 Alle : 1 Gehe zur Seite 1 
Prof. Dr.- Endo - Hülsmann, Göttingen, nervt
Gesendet von : Chef Donnerstag, 15. November 2007 - 15:53
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Unlängst hatte der Kollege Prof. Dr. M. Hülsmann seinen Feldtag (Amispeak für Reichsparteitag). Er hat per Veröffentlichung über die dpa und Springer Presse (Welt, Bild ..., also ganz oben) verkünden lassen, dass laut seiner Statistik die Mehrzahl der deutschen Zahnärzte für die Wurzelbehandlung zu dumm oder nicht ausreichend motiviert sind. Konkret liest sich der Generalangriff so:


Göttingen - Zahnärzte in Deutschland machen jedes Jahr millionenfach Fehler bei der Therapie von kranken Zahnwurzeln. Das berichtet Professor Michael Hülsmann von der Göttinger Universitäts- Zahnklinik unter Berufung auf eine Studie."In etwa der Hälfte der Fälle ist die Behandlung nicht optimal. Sie entspricht teilweise auch nicht den Standards", so Hülsmann. 2006 seien über die Krankenkassen mehr als sieben Millionen Wurzelkanalbehandlungen abgerechnet worden. Die Erfolgsquote liege unter 50 Prozent. Diese Zahlen älterer Studien würden durch eine aktuelle Untersuchung an der Göttinger Uniklinik belegt. Die Göttinger Forscher haben für ihre Studie 200 Patienten untersucht, die sich nach Wurzelkanalbehandlungen durch andere Zahnärzte erstmals in der Klinik vorstellten. Das Resultat unterscheide sich kaum von den Ergebnissen älterer Untersuchungen, sagte Hülsmann: "Es sieht nicht nach dramatischen Verbesserungen aus." Die Erfolgsrate liege nahezu unverändert zwischen 40 und 50 Prozent. Würden die Zahnärzte optimal arbeiten, "könnte die Erfolgrate rund 90 Prozent betragen".
Er wolle nicht von Pfusch sprechen, sagte Hülsmann. Aber die Behandlung sei vielfach nicht optimal. Ursache sei zumeist, dass Bakterien im Wurzelkanal zurück blieben. Dies habe zum Teil "anatomische Gründe". Denn das Wurzelkanalsystem sei sehr komplex und sehr verzweigt. So könne es passieren, dass durch die "normalen Spülungen nicht alle Bakterien zu erwischen" seien. Vielfach werde aber offenbar "nicht genügend oder nicht mit der richtigen Lösung gespült". In anderen Fällen würden die Wurzelkanäle nicht richtig präpariert. ....


Der unbeteiligte Beobachter von Außen könnte jetzt leicht denken, alle Achtung vor dem Herrn Professor, der sich hier in die Nesseln setzt und den Kollegen den Spiegel hinhält. Endlich eine Krähe, die der anderen Krähe die Augen .... Stimmt nur leider nicht so ganz. Dazu muss man nämlich den Hintergrund kennen.

  • Seit Jahren wollen Hülsmann und die damit verbundenen Endo-Seilschaften ein Behandlungsmonopol für das Zahninnere für sich erreichen.
  • Am liebsten auf reiner Privatbasis.
  • Am liebsten in Wunschgrößenordnungen von 1.000 Euro pro Zahn

Dafür veranstalten die Herren Endodontologen-Spezialzahnärzte nicht nur seit Jahren Seminare und Kongresse auch auf internationaler Ebene, nein inzwischen gibt es auch schon hier in Deutschland den Master (heißt wirklich so) Studiengang Endodontologie gegen ein kleines Entgelt von ungefähr 30.000 Euros. Und jetzt dürfen wir mal raten, wer a) als Dozent in solchen Studieneinrichtungen für den Endo-Masta aufläuft, und warum b) dpa und Springer justamente jetzt mit der Nachricht oben gefüttert wurde und c) was der kleine Allgemeinzahnmediziner in Zukunft von der Akademikerseite als Unterstützung Richtung Wurzelbehandlung zu erwarten hat.

Gibt es dazu noch Fragen? Wohl kaum.

Der BVAZ (Berufsverband der AllgemeinZahnärzte) ist diesem Treiben zu Recht scharf entgegen getreten. So läuft das nicht. Es geht nicht an, dass wir Praktiker uns für unsere Arbeit an der Basis mit den Millionen von Wurzelfüllungen auf Kasse auch noch in die Pfanne hauen lassen müssen, uns erklären lassen müssen, was wir alles falsch machen. Die Pfeifen, die sich selber die Rosinen herauspicken und im Traum nicht daran denken, ihr Operationsmikroskop in den Dienst des einfachen Volkes zu stellen, haben einfach nicht das Recht, das Fehlen von "amazing shapes" oder das Vorliegen von "Zips" zu bemäkeln. Im Gegenteil, der Spieß gehört umgedreht. Das sind die Fragen an die "Endodonto-Hardcore-Fraktionisten"

  1. Es gibt alternative erfolgreiche Protokolle z.B. Knappwost, Walkhoff. Die sind billiger, einfacher und soweit zu überblicken genauso sicher. Warum wird da nicht geforscht?
  2. Wo ist die Preisrechtfertigung / Existenzberechtigung von teurer WF gegen günstige Implantate?
  3. Was ist bei hartnäckigen Schmerzfällen?
  4. Gibt es so etwas wie eine soziale Verantwortung der Endodontos in Richtung Honorare die noch irgendwie von dieser Welt sind?


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Wir werden jetzt alle Master of Science = M.Sc.
Gesendet von : Chef Dienstag, 30. Oktober 2007 - 18:32
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Soweit ist es schon: viele Zahnmediziner/innen fürchten, dass ihr Anteil am Honorarkuchen noch kleiner werden könnte - was durchaus auch realistisch ist. Um dem entgegenzusteuern versucht jeder Bohrende, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Das geht dann so:
  • Anzeigen schalten "Das Team gratuliert dem Chef zum 8-jährigen Praxisjubiläum ...", oder "Bin zurück aus dem Urlaub ..."
  • Geld in die Hand nehmen und sogenannte "Redaktionsbeiträge" über den eigenen Laden in regionalen Anzeigeblättchen hineindrücken
  • Den "professionellen Corporate Auftritt" vom Designer kaufen, also FirmenKittel für alle, dazu Briefpapier und Eingang mit gestyltem Logo verschönern
  • Gelbe Seiten und alle Telefonbücher mit Anzeigen vollpflastern
  • aufdringlichen Internet - ZahnarztListen - Anbietern (unwirksame) Anzeigen abkaufen
  • bei Google Anzeigen schalten für 100 Euro im Monat.
  • und seit wenigen Jahren auch 30.000 Euro für den Erwerb des amerikanischen Titels "Master of Science" in Einzeldisziplinen der Zahnmedizin, z.B. Zahnfleisch, Implant, Wurzelbehandlung usw. ausgeben. Fortgebildet wird in dafür zugelassenen Instituten, an denen sich Hochschullehrer (Professoren) als Dozenten ein kleines Zubrot dazuverdienen. Die so fortgebildeten Kollegen/innen dürfen sich dann z.B. "M.Sc. of Parodontologie" (deutsch = Zahnfleischmeister) nennen und das auf ihr Praxisschild draufgravieren.
Und haben die Master (of the Universe) Zahnärzte sich weit genug ausgebreitet, dann kommt der Tag, an dem ein einfacher Allgemeinzahnarzt besser keine Wurzelkanal- oder Zahnfleisch- oder Zahnersatzarbeit mehr anfängt. Dafür ist er ja dann völlig unterqualifiziert. Die unterste Kaste der Zahnmediziner ohne Masta-Titel soll dann nur noch die Kundschaft übernehmen, für die die Master keine Zeit und Lust haben: arm, alt und/oder krank. Denn soviel ist schon klar: 30.000 sind keine Spaßinvestition, da muss nachher der Rubel rollen.


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US-Zahnärzte im Goldrausch - Patienten fallen durch den Rost
Gesendet von : Chef Samstag, 13. Oktober 2007 - 17:50
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme


Die New York Times titelt am 11. Okt. 2007 "Boom Times for Dentists, but Not for Teeth" und fährt fort, dass 2004 (noch aktuellere Zahlen sind nicht verfügbar) der durchschnittliche US-Kollege 185.000 US-$ Einkommen hatte. Noch vor 20 Jahren waren die amerikanischen Zahnärzte die armen Verwandten der Ärzte. Das hat sich durch mehrere Faktoren dramatisch geändert:
  • die Zahnarztdichte pro Einwohner hat um 22% abgenommen
  • die amtierenden Zahnärzte arbeiten teilweise nur noch halbtags
  • die Honorare sind in den letzten 10 Jahren explodiert mit Zuwachsraten von mehr 6% pro Jahr.

Letzteres ergibt nach Abzug der allgemeinen Inflation von etwa 2,5% einen enormen Einkommensschub für die bohrende Zunft in den USA. Gleichzeitig steigt in den USA seit etwa 8 Jahren der Anteil an Patienten, die keinen Versicherungsschutz bei Krankheit haben, auf nicht weniger als 100 Mio Menschen. Darunter befinden sich viele Kinder. Das führt zur Zunahme von unbehandelter Karies auf jetzt 27% aller Kinder und 29% bei Erwachsenen. Das ist der höchste Wert seit den späten 80er Jahren.

 Theoretisch könnten diese Unversicherten zu Behandlern mit Verträgen mit der staatlichen Medicaid Organisation gehen. Die gibt es aber kaum und wenn, dann nur mit unzumutbaren Wartezeiten. Dr. David A. Nash, Kinderzahnheilkunde Professor an der Universität von Kentucky sagt: "Die meisten Zahnärzte betrachten sich als Spieler im Zahnmedizin-Business und nicht als Helfer der Patienten".

Genau das ist das Dilemma, in das die deutsche Zahnmedizin von ihren geistigen Vorturner hineingeführt wird: alle Zahnärzte sollen oder wollen in die Hochleistungs-Super(teure) Zahnmedizin für die bessere Hälfte der Bevölkerung gehen. Besser ist gemeint im Sinne von "besser bei Kasse". Für die andere Hälfte soll es am liebsten nur noch Provisorien oder gar keine Behandlung mehr geben. Das Trommelfeuer der Implantat- und Keramikinlay Industrie durch die gesponserten Blättchen wie "ZWP", "DZW", "Dentalspiegel" ... zeigt allmählich Wirkung. Wer als Zahnmediziner noch nicht auf den Implanten- und Keramik-über-Alles Zug aufgesprungen ist, ist sowieso ein Verlierertyp. Der behandelt auch noch AOK und Sozialhilfe ohne Zuzahlung. Und verwendet womöglich noch Amalgam, Igitt ... Dass ganz viele Menschen in dieser Republik keine Euro-Tausender ausgerechnet für ein paar weiße Zähne übrig haben, das interessiert die Bessere-Menschen-Zahnmedizin nicht. Wer nicht zuzahlen kann, fällt halt durch den Rost nach dem Motto "ein bißchen Schwund ist immer".

Ob dieses Kalkül in Deutschland aufgeht? Beim Zahnersatz wurden 2004 mit dem sogenannten Festzuschuß-System auf Veranlassung der Zahnärztevertreter (allen voran Dr. W. (Fliege) Esser)  viele Kassenleistungen abgeschafft, z.B. die Keramikverblendung ringsum, die Teleskopkrone nur noch auf seltene Fälle .... Die Idee war, dass hinfort diese Leistungen privat und damit teurer erbracht werden. Wie wir heute wissen, war das eine grandiose Fehlspekulation. Der Einbruch des Zahnersatzes 2004 um etwa 40% ist bis heute bei weitem nicht ausgeglichen. Für viele Zahnlabore bedeutet das: Konkurs.


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In Berlin macht das Bohren auf Kasse keinen Spaß
Gesendet von : Chef Mittwoch, 03. Oktober 2007 - 23:10
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Der sogenannte Honorarverteilungsmaßstab (HVM) der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Berlin für 2007 ist ein Drama für die Kollegen/innen dort. Er läuft darauf hinaus, dass viele zahnärztliche Leistungen mit weniger als der Hälfte dessen bezahlt werden, was hier im "goldenen" Westen (KZV Nordrhein, Düsseldorf) dafür an die Behandler überwiesen wird.

Was ist da los? Berlin ist die Stadt, die Jahrzehnte von Bonn aus mit Milliarden-Subventionen gefüttert wurde. Das leichte Geld hat ihr nicht gut getan. Gewerbliche Arbeitsplätze sind Mangelware, die Arbeitslosigkeit liegt erheblich über dem Bundesschnitt und das abartig große Beamtenheer führt zu unfassbaren Defiziten in der Staatskasse. Es ist also kein Wunder, dass den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in Berlin trotz heftigster Subventionierung aus dem Risikostrukturausgleich immer eines fehlt: Geld. Und das, obwohl z.B. die Techniker Krankenkasse mit überwiegend Mitgliedern im Westen bis zu 50% ihrer Beitragseinnahmen dahin abliefern muss.

Das ist der Hintergrund: die GKVen in Berlin haben zuwenig Beitragseinnahmen, gleichzeitig aber viele (umsonst) mitversicherte Familienangehörige, die Ausgaben verursachen. Dazu kommt die hohe (Zahn)Ärztedichte, die die Ausgaben pro Mitglied auch nicht verbessert. Der Gesetzgeber will es nun, dass die Beitragssätze der Krankenkassen nicht weiter gesteigert werden dürfen, also führt kein Weg an einer Rationierung des Geldes der Krankenkassen vorbei. Damit leben die Ärzte in Berlin schon lange und die Zahnärzte sind seit einigen Jahren auch dabei: Kürzungen bis zu mehr als 50%. Das Kleingedruckte im aktuellen HVM der KZV Berlin sieht vor:
  • dass ein sogenannter Basisgrenzwert in Punkten pro Fall (Patient) festgelegt wird, der sich aus dem Durchschnitt des Jahres 1996 (!) ergibt.
  • Dieser Wert wird dann mit Zu- oder Abschlägen versehen, die davon abhängen, wieviele Scheine (Patienten pro Quartal) die Praxis insgesamt an die KZV abliefert. Praxen, die weniger als 130 Scheine haben, werden mit Zuschlägen "belohnt", alle darüber bekommen Abschläge. Ab dem 541. Schein im Quartal beträgt der Abschlag 50%.
  • Der so errechnete Praxisgrenzwert (Scheine mal Basisgrenzwert + /- Abschlag) wird dann tatsächlich auch ausbezahlt, erbringt die Praxis aber mehr Punkte an ihren Patienten, als laut Durchschnitt 1996 vorgesehen, dann werden diese "Überpunkte" mit saftigen Abschlägen bis zu 80% (!) bestraft.
Was bedeutet das?
Das bedeutet, dass die Kollegen/innen in der Bundeshauptstadt im Durchschnitt jede Behandlung mit weniger als 70% des Preises im Westen erbringen müssen. Und dass Mehrarbeit am einzelnen Patienten extrem bestraft wird.
Und jetzt wundern sich doch tatsächlich noch Politiker, dass aufwändige Wurzelbehandlungen immer weniger "auf Kasse" angeboten werden?


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Wer kennt noch die BKK Voith Studie?
Gesendet von : Chef Mittwoch, 01. August 2007 - 18:43
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme In Heidenheim gibt es die Firma Voith, deren Betriebskrankenkasse (BKK Voith) 1988 an der bislang einzigen echten Qualitätsstudie von zahnärztlichen Leistungen maßgeblich beteiligt war. Veröffentlicht wurde die Studie in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit. (Quelle: Georg A, BMAS (Hrg.): Leistungs und Kostentransparenz in der zahnmedizinischen Versorgung. Gesundheitsforschung, Bd. 159, Bonn 1988). Das Ziel der Untersuchung sollte es sein, aufgrund von Abrechnungsdaten von 17.600 Versicherten der Krankenkasse über insgesamt 7 Jahre das zahnärztliche Leistungsgeschehen auszuwerten. Zum einen ging es um Aussagen zur Haltbarkeit von Füllungen, Kronen, Brücken usw. und daneben auch um Auffälligkeiten unter den Behandlern in Bezug auf Wiederholungsarbeiten. Dabei wurde die Existenz von 3 Gruppen von Zahnärzten ermittelt:
  1. Behandler mit überdurchschnittlichem Leistungsbild und wenig Wiederholungen
  2. Behandler mit stark streuendem Leistungsbild und mittleren Wiederholraten
  3. Zahnärzte/innen mit unterdurchschnittlichen Leistungen und hohen Wiederholungsumfang.
Die dritte Gruppe umfasst je nach Definition etwa 10% bis 18% aller Behandler. Sie zeichnen sich durch diese Merkmale aus:
  • Die Folgebehandlungsrate von Füllungen liegt im 1-Jahreszeitraum 90% über dem Durchschnitt.
  • Die Folgebehandlungsrate wurzelkanalbehandelter Zähne liegt im 1-Jahreszeitraum 88% über dem Durchschnitt
  • Die Verlustrate von Kronen im 3-Jahreszeitraum beträgt das 4,5 fache der Kollegen/innen.
  • Die Verlustrate von Brücken im 3-Jahreszeitraum liegt beim 5-fachen.
  • Die Verlustrate von herausnehmbarem Ersatz im 3-Jahreszeitraum liegt 45% über dem Schnitt.
Das sind recht eindeutige Befunde. Ein weiteres Detail stellte sich bei dieser Studie heraus: die Praxen aus der Gruppe 3 haben häufig überdurchschnittlich hohe Fall- und Fallwertzahlen, im Klartext: sie machen hohe Umsätze mit der Kassenbehandlung. Deshalb ist die Angabe von 10% bis 18% irreführend. Dieser relativ kleine Teil der Zahnmediziner arbeitet unterdurchschnittlich, zieht aber viele Patienten durch und führt an diesen viel früher Wiederholungsleistungen durch. Der Umsatzanteil dieser Praxen liegt darum etwa doppelt so hoch, wie es ihrem zahlenmäßigen Anteil entspricht, also 20% bis 36%. Deutlich ausgedrückt bedeutet das, dass sich die Schnellbohrer doppelt belohnen: a) bohren sie ganz schnell und kommen auf höhere Stundenumsätze und b) sind sie von der Qualität ihrer Leistungen nicht überzeugt und bohren sie deshalb auch schnell wieder heraus. Womit sie sich gleichzeitig zusätzlichen Bedarf erbohren.

Die offizielle Zahnärzteschaft hat es bis heute vermieden, die so genannte BKK Voith Studie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn konstruktiv damit umzugehen. Das Thema Qualität wurde und wird konsequent ausgesessen. Als Anfang der 90er Jahre der Datenträgeraustausch durch die Computerisierung der Praxen nicht zu vermeiden war und damit eine automatische Statistik dieser Zahlen per Datenübertragung von der KZV an die Krankenkassen anstand, hat die offizielle Zahnärzteschaft plötzlich den Datenschutz ihrer Patienten als wichtiges Berufsziel erkannt und viel Geld in die Public Relation Kampagne dafür investiert. Das Ergebnis: Vor dem Datenträgeraustausch erhielten die Krankenkassen von den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) einmal im Quartal große Pakete mit ausgefüllten Krankenscheinen, aus denen hervorging
  • welcher Zahnarzt welchen Patient behandelt hat
  • welche Zähne da sind, welche nicht
  • an welchen Zähnen Füllungen etc. durchgeführt wurden
Dann wurde im politischen Hinterzimmer unter der Kohl Regierung getrixt und herauskam, dass die Krankenkassen von den KZVen nur noch die Mitteilung erhalten : bitte 150 Millionen an die KZV Nordrhein für die Behandlung von 2 Mio. Patienten. Die große Sorge der verfaßten Zahnärzteschaft um den Datenschutz hat also zu der grotesken Lage geführt, dass die Krankenkassen heute nicht mehr wissen
  • wer wen behandelt
  • wann jemand behandelt wird
  • womit und wo und welcher Zahn behandelt wird.
Und jetzt raten wir mal, wieso der Datenschutz so wichtig ist und für wen. Und dann behaupten die Zahnärzte noch, sie hätten keine Lobby mehr.

Die Voith Studie wurde in Handarbeit von den Krankenscheinen heruntergelesen. Das geht jetzt nicht mehr. Drum hat es keine Fortsetzung der Arbeit gegeben.


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Prof. Dr. Lauterbach hat verfäschend zitiert, Gericht verbietet Verbreitung
Gesendet von : Chef Mittwoch, 13. Juni 2007 - 13:58
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Das folgende Zitat kommt vom Forum "Facharzt.de", das direkt von diesem Fall betroffen ist.


Gericht stoppt Zitatverfälschung: Lauterbach
"Von einem Wissenschaftler sollte man erwarten, dass er sauber zitiert und nicht Zitate mutwillig so verfälscht, dass sich deren Inhalt ins Gegenteil verkehrt", sagt Facharzt.de-Chefredakteur Dr. med. Bernd Guzek: "Der vom Landgericht jetzt verbotene Fall ist eine krasse, leicht erkennbare und billige Manipulation. Aber auch andere Zitate hat Lauterbach klar aus dem Zusammenhang gerissen ", sagt Guzek: "Wir prüfen derzeit noch, wieweit wir hier weitere rechtliche Ansprüche gegen Lauterbach geltend machen ." Problematisch sei die gerichtliche Verfügung für Lauterbach nicht zuletzt deshalb, weil davon auszugehen sei, dass Lauterbach die selbe Zitatverfälschung nicht nur im "Spiegel" sondern auch in seinem demnächst erscheinenden Buch begangen habe. Das Buch soll am Donnerstag in Berlin der Presse vorgestellt werden.

Einen anderen Beitrag zitiert Lauterbach als Beleg für die "Abgründe der Abneigung" wohl mutwillig verkürzt so: "Heute erfuhr ich vom Ableben eines langjährigen Patienten und ertappe mich dabei, wie ich mich freue, dass ich nun erheblich weniger Medikamente aufschreiben muss."

Tatsächlich steht dort: "Wo sind wir nur hingekommen?! Ich als Augenarzt lasse völlig inakzeptable Druckwerte durchgehen aus Angst, ein teures Medikament aufzuschreiben. Heute erfuhr ich vom Ableben eines langjährigen Patienten und ertappe mich dabei, wie ich mich freue, dass ich nun erheblich weniger Medikamente aufschreiben muss. Da sitze ich vor seiner weinenden Frau und denke an das Scheiß-Geld, das seine Tropfen gekostet haben, das ist doch krank!!! Was haben die nur aus mir gemacht", schreibt ein Mediziner voller Verzweiflung im Rahmen einer Leserdiskussion um die politisch erzwungenen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen.

Zum Nachrichtendienst Facharzt.de gehört das aktivste Leserforum für Ärzte in Deutschland: "Unsere Leser verfolgen Herrn Lauterbach und seine Aktivitäten sehr aufmerksam. Sie stören sich unter anderem daran, dass Lauterbach nicht müde wird, die Abschaffung der niedergelassenen Fachärzte zu fordern, während er gleichzeitig als Aufsichtsrat des Klinik-Konzerns Rhön mehrere zehntausend Euro Honorar im Jahr erhält. Seine Forderungen, die fachärztliche Versorgung in Zukunft an die Kliniken zu verlagern, erscheint vielen unserer Leser deshalb mehr als durchsichtig, nicht wenige halten ihn für einen Lobbyisten", berichtet Guzek.


Kommentar des Autors hier (Joachim Wagner): Das paßt zum Gesamtbild von Prof. Dr. Lauterbach.


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Humanmediziner werden stärker privatisieren
Gesendet von : Chef Sonntag, 29. April 2007 - 09:34
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme Mein Freund Allgemeinmediziner H.W.H. (54 Jahre) war kürzlich zu einer Besprechung von interdisziplinären Anstrengungen bei schwierigen Gesichts/Kiefer/Gelenkschmerzen in meiner Praxis. Geplant ist eine Kooperation von einem Allgemeinmediziner, einem Zahnarzt, einem Orthopäden und einer engagierten Zahntechnikerin. Dr. H.W.H. hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht mit der gezielten Erkennung von psychiatrischen Störungen als eigentlicher Grund des Arztbesuches. So weit, so gut.

Warum denn jetzt diese Zusatzarbeit, wo doch die Allgemeinmediziner immer überlastet sind und sowieso schon die 50 Stundenwoche haben, war meine Frage. Geld, ist die Antwort. H.W.H. hat jetzt einen ganzen Arbeitstag nur noch für Privatpatienten reserviert, und einen Nachmittag für seine Akupunktur Sitzungen. Die Spezialisierung auf "Kiefergelenksschmerzen" soll jetzt ein weiteres privates Standbein werden. Die Arbeitsbedingungen im Kassenbereich werden fortlaufend verschlimmbessert und bei der Massenabfertigung ist gute Arbeit kaum noch leistbar. Die Kopfpauschalen und Arzneibudgets verbessern die Misere nicht gerade.

Das sagt ein Mann, den ich lange kenne und der viel soziales Engagement gezeigt hat. Ich denke aber auch, dass es fairer für die Patienten ist, ihnen die Alternative zum  Weiterzuwursteln in einem völlig undurchsichtigen Abrechnungsdschungel anzubieten. Die Alternative zur 5 Minutenkassenmedizin kann eben nur eine Privatbehandlung sein. Die sollte sachlich und wissenschaftlich korrekt sein, und die Gewinnorientierung sollte durchschaubar bleiben. Also keine 10 Sitzungen "Traumeelinjektion" (Placebozeug) für Euro 840,--, wie kürzlich im Implantatforum, sondern 75,-- bis 200,-- Euro die Stunde wäre patientenorientiert.


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Zahnarzthelferinnen der Kassen spielen sich als Blockwarte auf
Gesendet von : Chef Freitag, 20. April 2007 - 16:39
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
In den letzten Monaten häufen sich die Fälle, in denen Mitarbeiter von Krankenkassen unsere Behandlungspläne gezielt behindern. Konkret konnten wir das beobachten:
  • Eine Ex-Zahnarzthelferin auf der Gehaltsliste der BKK Novitas ruft unseren Patienten insgesamt 4 mal und uns 3 mal an, um zu erreichen, dass wir die Euro 60,35 Mehrkosten an Zahnarzthonorar für die Keramikverblendung des Zahns 27 streichen. Davon wollte sie die Genehmigung des Antrags für 1 Krone (!) abhängig machen.
  • Kleinere Kostenpläne (bis 3 Kronen) lassen Mitarbeiterinnen der AOK Leverkusen tatsächlich begutachten.
  • Ab 4 Kronen ist der Gutachter automatisch mit dabei. So handhabt das die AOK Leverkusen und einige BKKen seit Neuestem.
  • Mindestens jeder 3. Behandlungsplan für die Kassen-Parodontitis Behandlung durch tiefe geschlossene Konkremententfernung geht zum Gutachter.
Kommentar: die unglückselige Festzuschuss Regelung von 2004 - die so nötig war wie ein Loch im Kopf - hat einige Krankenkassen dazu veranlasst, neue Planstellen für ehemalige Zahnarzthelferinnen zu schaffen. Deren Aufgabe ist es, die Zahnärzte an der kürzest möglichen Leine zu führen. In den Paragrafen der Festzuschuss Regelung ist aufgeführt, wo der Patient überall Zahnersatz haben muss, damit er Anspruch auf einen Zuschuss selbst für eine Einzelkrone hat. Das ist fatal. Denn diese Paragrafen werden systematisch von den Ex-Zahnarzthelferinnen benutzt, um kundennahe Versorgungen, die nicht exakt dem Lehrbuch entsprechen, auszuhebeln.

Versuchen wir z.B. einen wichtigen Zahn im Knirschermund durch eine einfache Krone vor dem Zerbeißen zu schützen und die Frau Dit... von der AOK sieht, dass dahinter eine regelwidrige Lücke vorliegt, müssen wir uns 2 bis 5 Ausweichtaktiken ausdenken. Den Antrag einfach so einreichen, funktioniert gar nicht. Der kommt postwendend ungenehmigt zurück mit der Maßgabe, wir mögen uns doch bitte um die Lücke kümmern. Die ist zwar schon seit 20 Jahren genau da, störte bisher auch niemanden und könnte auch nach Meinung aller direkt Beteiligten (also Zahnarzt und Patient) so bleiben. Aber die Blockwartin hat mit Argusaugen den angeblichen Fehler erkannt und läßt dann auch nicht locker.

Solche Einmischungen in ureigene zahnärztliche Kompetenzbereiche sind eine Frechheit. Darüberhinaus ist der Sinn solcher Planstellen fragwürdig. Letztendlich passt sich jeder Behandler so an die Situation an, dass die Krankenkasse unter dem Strich mehr zahlt als ohne die Gestapo am Bearbeitungstresen. Z.B. mit Fantasieplänen für Modellgußprothesen für die Lücken, die da angeblich versorgt werden sollen.


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Haben Ärzte nur ein begrenztes Budget für Medikamente ?
Gesendet von : Chef Mittwoch, 04. April 2007 - 21:27
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Heute fand ich diese bemerkenswerte Diskussion im Forum für Schmerztherapie:

Titel: haben Ärzte nur ein begrenztes Budget für Medikamente ?

Kennt sich jemand damit aus ? Ich habe zu dem Thema ein paar Fragen:
1.) Kriegt der Kassenarzt für mehrere Konsultationen im Quartal nur einmal sein Behandlungshonorar ?
2.) Hat der Kassenarzt für Medikamente nur ein begrenztes Budget bzw. muss er bei Vorhandenseins eines Ersatzpräparates das billigere verschreiben ?
3.) Kann die Krankenkasse im Computer nachsehen, welches Medikament man nimmt bzw. wie oft im Quartal man bei welchem Arzt war ?

Ich frage das, weil mein Arzt anscheinend Probleme hat, mir das neue Oxycodon-Medikament mit Naloxon zu verschreiben (das verursacht keine Verstopfung mehr, heißt Targin, es gibt glaube ich kein Ersatzpräparat). Ich überlege deshalb den Arzt zu wechseln, obwohl ich ihn eigentlich o.k. finde.

jo freeport

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Antwort von: schmerzzentrum usedom

1. Der Kassenarzt bekommt sein Honorar (in Punkten!) mit dem Einlesen der einzelnen Chipkarte und den einzelnen Leistungen für den Patienten. Aber: Mehr Besuche des Patienten und mehr Leistungen bedeuten für den Kassenarzt in aller Regel kein Mehr an Honorar, denn es sind von der Kassenärztlichen Vereingungen (nach schwierigen Formeln berechnet) sogenannte "Punktzahlgrenzvolumina" (das heisst wirklich so) festgesetzt, die zwar überschritten werden dürfen, aber im überschrittenen Bereiuch eben nicht bezahlt werden.
Beispiel: Der Schmerztherapeut behandelt in einem Quartal 450 Patienten und addiert auf seinem Punktekonto dafür 1.500.000 Punkte auf (klingt viel, oder?). Am Ende des Quartals sieht er, dass er aber nach dem errechneten Punktzahlgrenzvolumen nur 500.000 Punkte im Quartal abrechnen darf. Die hätte er aber bereits nach fünf Wochen des Quartals mit 280 Patienten erreichen können. Was macht der Arzt also im nächsten Quartal? Er arbeitet nur sechs Wochen, bestellt genau 280 Patienten ein und sperrt dann die Praxis zu, damit er nicht eineinhalb Monate ohne Honorar arbeiten muss.
Was der einzelne Punkt dann in Cent wert ist, erfährt der Kassenarzt übrigens etwa 4-7 Monate nach Ihrer Behandlung. Frau Schmitt hatte den Kassenärzten vor zwei Jahren versprochen, dass der einzelne Punkt 5,11 Cent wert sein sollte. Aktuell liegen wir bei 2-3,5 Cent Punktwert, in einzelnen Regionen und Fachgebieten deutlich darunter ...

2. Es gibt Richtgrössen, die dem Arzt mitgeteilt werden: Für Medikamente und Heil- bzw. Hilfsmittel. Überschreitet er sie, wird er mit seinem persönlichen Einkünften (=Regress) zur Kasse gebeten. Ein Arzt verdient mit der Verschreíbung von Medikamenten oder Krankengymastik übrigens nichts.
Der Kassenarzt hat grundsätzlich das "billigst mögliche Präparat" zu verschreiben. Verschreibt er ohne Begründung Originalpräparate oder auch Medikamente, bei denen ein der Gesundheistministerium "nahestehendes" Institut der Meinung ist, dass sie für Sie nichts bringen, zahlt der Kassenarzt die Kosten für diese Medikamente als sog "Sonstiger Schaden" aus eigener Tasche direkt an die Krankenkasse zurück.

3. Ihre Behandlung bei den verschiedenen Ärzten ist für Ihre Krankenkasse eine "Black Box". Sie weiss in aller Regel nicht, bei wem Sie in Behandlung stehen und welche Therapie dort mit Ihnen gemacht wird. Denn die Krankenkasse XY aus Z zahlt an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung einen Gesamtbetrag für alle von ihnen im Raum Z behandelten Patienten. Erst z.B. wenn eine AU-Bescheinigung von Ihnen oder ein Kurantrag in die Krankenkasse eingeht, wird der Arzt der Krankenkasse namentlich bekannt.
...
Mit freundlichen Grüssen von der Insel,

Dr. Claudius Böck


Kommentar:
1. Jetzt wissen wir, warum Kassenpatienten bei Neurologen und Schmerztherapeuten den nächsten Termin regulär erst in 6 Monaten bekommen können. Und wenn Frau Bundesgesundheitsministerin Schmidt noch 100 mal im Fernsehen die Gleichbehandlung von Privat- und Kassenpatient einfordert: ganz ohne Bezahlung würde ich auch nicht arbeiten.
.
2.Wir Zahnärzte haben es dagegen noch Gold. Wir bekommen (wenigstens im Bereich der KZV Nordrhein, Düsseldorf) noch jeden Handschlag einzeln bezahlt und haben aktuell keine Mengenbegrenzung, also keine Kopfpauschale. Die Humanmediziner arbeiten länger, tragen viel mehr Verantwortung und werden zum Teil mit 50% (Punktwert 2,6 Cent statt 5,11 Cent)der ihnen zustehenden Honorare abgespeist. Das ist nicht okay.


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ZE bleibt unter den Erwartungen
Gesendet von : Submit_News Freitag, 15. Dezember 2006 - 17:09
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Was haben die Protagonisten des Festzuschuss-Systems, allen voran die Herren Fedderwitz, Kuttruf und Esser (Vorstandsmitglieder KZBV bzw. Kammer) im Jahre 2004 nicht alles angekündigt? Gerechter sollte es werden, transparenter in der Abrechnung, übersichtlicher in der Form und dazu noch günstiger bei bestimmten Versorgungsformen.

Mit günstiger kann aber der Patient nicht gemeint gewesen sein. Zwar hat die KZBV bei einigen Gelegenheiten versucht, ihre Ausgliederungsstrategie beim Zahnersatz mit angeblichen Kosteneinsparungen für die Betroffenen zu bemänteln. Das hat aber nichts genützt. Es wollte partout kaum jemand einsehen, dass die Frechheiten im Kleingedruckten der Festzuschuss Regelungen, wie z.B. die Verblendungsregeln (bis zur Kaufläche Kassenleistung, 1 mm darüber Privatleistung), unabsichtlich in den Text geraten sind.

Es ist für alle Beteiligten eben offensichtlich, um was es wirklich 2004 gegangen ist: eigentlich sollte die Festzuschuß-Regelung die Ausgliederung des gesamten Zahnersatzbereiches aus der Kassenversorgung einleiten. So hatten sich die zahnärztlichen Strategen das vorgestellt: wir schließen möglichst viele bisherige Kassenleistungen aus dem Katalog aus, dann kann das alles frei per Privatvereinbarung mit dem Patienten "abgedungen" werden. Das Wort alleine ist schon schlimm, da perlt aber auch gar nichts, da dungts dafür um so mehr.

Und wie so häufig wurde mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Patient denkt nicht daran, sich so einfach auf das Kreuz legen zu lassen. Der Patient sieht auf dem Anhang des "Heil- und Kostenplans", dass der geplante Festzuschuss im Schnitt gerade mal 30% vom Ganzen ausmacht, und das bedeutet für sehr viele Patienten: "vergiss es". Eine einzelne Krone soll plötzlich 500 und mehr an Eigenleistung kosten. Woher nehmen?

Und wenn heute die DZW schreibt, dass der Zahnersatz auf einem Niveau von etwa 80% des Umsatzes des Jahres 2004 dümpelt (nach 65% im Jahr 2005), dann muss sich eigentlich niemand wundern. Dieses Nachfrageproblem ist hausgemacht und bestätigt einmal mehr, dass es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Preis und Menge gibt. Die Herren Vorstandsmitglieder der KZBV täten gut daran, ihre arrogante Haltung gegenüber dem zahnärztlichen und Patienten-Fußvolk zu überdenken.


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Ärztliche Versorgung: es wird NICHT besser
Gesendet von : Chef Freitag, 01. Dezember 2006 - 16:30
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
diesen Leserbrief schrieb Dr. Andreas Heinrichs auf facharzt.de :


Zynismus, Fatalismus, Sarkasmus, was hilft da noch?:

Ich sehe zunehmend menschliche Katastrophen, die von ebendiesen sich jetzt zur Rettung der Ärzteschaft berufenen Wendehälsen zu verantworten sind:

Ein hochkompetenter Kollege einer anderen Fachdisziplin, bei dem ich selbst telephonisch um einen kurzfristigen Termin für eine Problempatientin nachgesucht habe, der hat heute auf meine Bitte am Telephon hemmungslos angefangen zu weinen.

Ein anderer Kollege hat meine 16-jährige Tochter diese Woche völlig grundlos angeschnauzt, dass es eine Pracht war (trotz P-Versicherung), das arme Mädel war ganz verängstigt.

Eine ältere Patientin betritt fast zitternd mein Zimmer und bittet mich, nicht zu schimpfen. Auf meine Nachfrage berichtet sie: "als ich dem Neurologen von dem Kribbeln in meinen Händen erzählt habe, da hat er mich so ausgeschimpft, warum ich ihm diesen Quatsch überhaupt erzähle, und dann hat er mich nach Hause geschickt, ich solle erst wiederkommen, wenn ich Lähmungen hätte"

Ich verbürge mich für die Wahrhaftigkeit dieser Vorfälle alleine aus dieser Woche.

Ganz offensichtlich ist ein erheblicher Teil der Ärzteschaft inzwischen vom System zum Psychopathen gemobbt worden und nicht mehr in der Lage, eine auch nur halbwegs erfolgreiche Leistung als Mensch und Arzt abzuliefern.

Natürlich finden solche Katastrophen nicht ihren Niederschlag in irgendwelchen Qualitätssicherungshandbüchern oder DMP-Bögen, Hauptsache die Mädels sagen alle den gleichen Spruch am Telephon und der Feuerlöscher hat einen schicken neuen Aufkleber.

Sie werden es aber selbst erleben können:

Patienten werden nicht mehr untersucht, nur noch sinn- und kritiklos herumgereicht, und sei der Überweisungsgrund noch so widersinnig, Hauptsache weg, der Nächste, ein Hindernis mehr aus dem Weg geräumt, auf dem Weg zum Sprechstundenende.

Briefe mit Inhalt?
Kommen nicht mehr vor, keine Zeit, keine Kraft mehr. Pat. war da und ich bin ihn zum Glück wieder los, dies ist die Kernaussage der kollegialen Mitteilungen.

Die von Köhler und Co durchgeboxten "Qualitätssicherungsmaßnahmen" der letzten Jahre in Verbindung mit dem programmiert vollzogenen Honorarentzug und den gleichzeitigen Bürokratie- und Kontrollorgien haben offensichtlich die Qualität ärztlicher Arbeit auf einen nie gekannten Tiefpunkt hinabgezwungen.

Wäre eigentlich ein interessantes Thema für eine Umfrage: die Selbstseinschätzung des Ergebnisses der eigenen Arbeit und der Zufriedenheit mit der eigenen Leistung unter Würdigung der externen Einflussfaktoren.

Nehme nur ich alleine diese Untergänge der Kollegen wahr?

Und dann kommen die mit so einem Schwachsinn wie Kittel an die KV schicken. Ich habe eher den Eindruck, die Kollegenschaft sollte mal ihre leeren Psychopharmakapackungen an die KV schicken, vielleicht würde dem feinen Herrn Köhler dann ein Licht aufgehen, welche Schicksale er zu verantworten hat, sollte eher noch einen Rest Charakter haben.

Nein ehrlich Herr Raddatz, das zynische Augenzwinkern vergeht mir langsam.


Andreas Heinrichs

Anmerkung J.W.: mit den leeren Psychopharmakapackungen ist der Eigenverbrauch der Mediziner gemeint.


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Jetzt wirds tough: Beamten demnächst nur noch Kasse
Gesendet von : Chef Dienstag, 10. Oktober 2006 - 13:03
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme Und haben die Koalitionsspitzen doch jetzt den Gesundheitsfond für 2009 beschlossen. Abgesehen von den bekannten Geburtsfehlern (neue Bürokratieebene mit Zusatzkosten, langfristige Zerstörung der Krankenkassen-Selbstverwaltung und Ersatz durch Staatsdiener, garantiert beschleunigte Beitragserhöhungen auf sinkende Arbeitseinkommen ...) haben die Koalitionäre auch gleich noch den Großteil der Privatversicherten, die Beamten, mit ausradiert.

Vorgesehen ist eine Angleichung der bisherigen privaten Krankenversicherung der Beamten auf das Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Das wird zwar anders formuliert (Verhandlungen zwischen PKV und KZVen), da aber die Vorgaben so sind, dass bei Nichteinigung der Selbstverwaltung (ist zu erwarten) automatisch als Höchstgrenze (!) die Tarife der Ersatzkassen gelten, ist jetzt schon klar, was da kommt. Das ist ein herber Schlag unter die Gürtellinie, nicht nur für die betroffenen Ex-Privatpatienten, sondern vor allem auch für die Ärzte.

Es geht ums Geld, das Papa Staat bei der Beihilfe sparen will. Wir werden uns warm anziehen dürfen, schätze ich.

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Die Zahnarztrente war auch schon mal besser
Gesendet von : Submit_News Montag, 09. Oktober 2006 - 12:26
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme


Mit dieser Grafik erschreckt das "Rheinische Zahnärzteblatt" (Käseblättchen der Zahnärztekammer Nordrhein) seine Leser im Oktober 2006. Jetzt paßt der berüchtigte Spruch des ehemaligen Sozialministers Blüm (CDU) "Die Renten sind sicher" nicht einmal mehr bei den angeblichen Großverdienern der Nation. Bisher glaubten sich ja die Rentenanwärter im VZN (Versorgungswerk der Zahnärztekammer Nordrhein) auf der Insel der Glückseligen und setzten darauf, sich vom drohenden Niedergang der allgemeinen Rentenversicherung abkoppeln zu können.

Pustekuchen. Hier steht es nun schriftlich, dass auch bei Zahnarztens die Einnahmen aus Beiträgen der Pflichtmitglieder zuzüglich der Kapitalerträge aus einem derzeitigen Gesamtvermögen von etwa 2 Mrd. Euro nicht mehr ausreichen, um die Abflüsse aus laufenden Rentenzahlungen und Kapitalvernichtung durch ungünstige Wertentwicklung der angelegten Gelder aufzufangen. Das sieht man deutlich an der Kurve, die im Jahr 2001 von einer Exponentialfunktion (selbstbeschleunigender Anstieg) umknickt auf eine horizontale Gerade. Die horizontale Gerade besagt, dass seit 2001 die nominelle Verzinsung des Kapitals null Prozent beträgt. Zieht man davon noch die Inflation ab, ergibt sich eine reale Kapitalvernichtung von geschätzt 5 mal 1,5% = 7,5% seit 2001.

Willkommen in der Wirklichkeit könnte man sagen.
2001 brach bekanntlich der Neuen Markt zusammen, der DAX halbierte sich, was auch zu größeren Wertberichtigungen bei den großen Kapitallebensversicherern führte. Einige dieser Unternehmen konnten ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr einhalten und gingen insolvent (Mannheimer LV z.B.). Alle LV-Unternehmen haben in den vergangenen Jahre ihre Renditeversprechungen kräftig nach unten korrigiert. Und der lahmende deutsche Immobilienmarkt verbessert die Aussichten auch für die Zukunft nicht wirklich.Summa summarum muß sich der gemeine Zahnarzt um die 50 jetzt schon mal darauf einstellen, dass die Versprechungen der Rentenversicherung aus den 80er und 90er Jahren mit astronomischen Rentenansprüchen (es kursierten Zahlen von auf heutige Kaufkraft umgerechnet mehr als 5.000 Euro pro Monat) sich schlicht in Luft auflösen. Der Rückzug mit 65 nach Davos oder Monaco wird gestrichen - ganz einfach.


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Auslands-Zahnersatz fordert bereits erste Opfer
Gesendet von : Chef Montag, 11. September 2006 - 14:45
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Mein langjähriger Modellgußprothesen-Lieferant erzählt mir doch eben, dass sein Hauptkunde in wenigen Wochen weg vom Fenster ist. Es handelt sich um eine Zahnarztpraxis einer Zahnärzte-Dynastie, die von Mutter zum Sohn vererbt wurde, in bester Lage in der Stadt liegt und einen guten Ruf hat. Diese Praxis wird jetzt verkauft. Der Grund sei wohl, so mein Zahntechnikermeister, dass der Zahnersatz-Umsatz in den letzten Monaten von einem schlechten Niveau 2005 nochmal kräftig gefallen sei.

Daran sei u.a. schuld, dass im Leverkusener Stadtanzeiger (wichtigste Tagestzeitung hier) tagtäglich für zuzahlungsfreien Zahnersatz geworben wird. Dahinter verbirgt sich einer der vielen Importeure für China-Kronen, der interessierte Patienten an die mit ihm liierten Zahnärzte hier vermittelt.

Den Schwund an Zahnersatzmenge kann ich bestätigen. Insbesondere auch den "neuen" Schwund in diesem Jahr. Das macht die Geschichte plausibel.


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Punktwertübersicht für IP (Individualprophylaxe für Kinder) Leistungen
Gesendet von : Chef Freitag, 21. Juli 2006 - 16:48
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Die KZV Nordrhein hat offensichtlich den besten Draht zu den Krankenkassen. Gerade erhalten die Kollegen in Nordrhein (Köln/Düsseldorf und Umgebung) eine Übersicht über die mit den Krankenkassen vereinbarten Punktwerte, zu denen die Praxen Vorbeugeleistungen an ihren jungen Patienten erbringen dürfen.

In Nordrhein bezahlen die Primärkassen (AOK etc.) jetzt 0,9030 Euro pro Punkt, also z.B.für die Fissurenversiegelung 16 Punkte mal 0,9030 ergibt 14,45 Euro. Die billigsten Fissurenversiegelungen gibt es in Sachsen-Anhalt, mit dem Punktwert von 0,7560 bringt das Schützen eines Zahns dort Euro 12,10.

Nicht berücksichtigt sind weitere Abzüge durch den HVM (Honorarverteilungsmaßstab) der KZV. So kann es sein, dass im Geltungsbereich einzelner KZVen nur eine Basisvergütung (so in Hessen 2003, damals 47.200 Euro für das ganze Jahr !) mit dem gültigen Punktwert ausgeschüttet wird. Darüberhinaus gehende Mengen an Punkten werden dann um einen sogenannten "Restvergütungsminderungsprozentsatz" von beispielsweise 26,48200110 (man bemerke die 8 Nachkommastellen !) gekürzt ausgezahlt. Das bedeutet, dass die hessischen Praxen die überwiegende Anzahl ihrer Leistungen 2003 mit einem Discount von 26% erbracht haben. Diese Form der Ramschpreisbildung per HVM ist vom Sozialgericht Marburg am 15.03.2006 abgesegnet worden. Ein Kollege hatte dort geklagt, weil er seiner Meinung nach durch die "Discountregelung" wegen vieler Härtefälle besonders stark getroffen wäre. Das wurde verneint.

Alles wird gut - für die Zahnis - glauben ja immer noch Viele. Auch unsere Patienten. Wir - die Insider - glauben das nicht mehr.


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KZV Niedersachsen : Mengensteigerung seit 01.01.06 plus 14%
Gesendet von : Chef Montag, 03. Juli 2006 - 13:02
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme In der KZV (Kassenzahnärztlichen Vereinigung) Niedersachsen gilt seit Anfang 2006 ein neuer HVM (Honorarverteilungsmaßstab). Der vorherige HVM hatte eine 100% Grenze, ab der weitere Leistungen so gut wie nicht mehr bezahlt wurden. Damit sollte verhindert werden, dass es einen floatenden Punktwert (jede zahn/ärztliche Leistung hat eine Bewertung in Punkten, Punkte multipliziert mit dem Punktwert ergibt das Honorar) gibt. Wenn der Punktwert floatet, dann immer nur in eine Richtung: nach unten. Er errechnet sich aus dem Budget (= das, was die Krankenkassen für den Bereich zur Verfügung stellen) geteilt durch Punktmenge aller Praxen des KZV-Bereiches.

Die Ärzte haben den floatenden Punktwert schon sehr lange. Dort kann man die Auswirkungen auf die Kollegen studieren:

  • - Jahr für Jahr steigt die Gesamtpunktmenge viel stärker als das Budget.
  • - dadurch sinkt der Punktwert immer weiter nach unten, denn die Krankenkassen dürfen nur das gesetzlich festgelegte Budget an die Ärzte ausgeben. Und das steigt zur Zeit maximal um 1% pro Jahr.
  • - der floatende Punktwert entsolidarisiert die Ärzte: wer besonders trickreich viel abrechnet, hat einen Vorteil vor den andern. Dadurch sehen sich die bisher Vernünftigen gezwungen, selber an speziellen Abrechnungsseminaren zur Steigerung der Punktmenge teilzunehmen .....

Das ist ein Teufelskreis. Jeder ist sich selbst der Nächste und "optimiert" die eigene Punktmenge, wodurch der Wert des Punktes fortlaufend sinkt. Die Zahnärzte in Niedersachsen haben zwar keinen echten floatenden Punktwert, aber eine Konstruktion, die das gleiche bewirkt: bis zu einer bestimmten (floatenden) Punktmenge pro Patient zahlt die KZV Niedersachsen 100% des Punktwerts aus. Darüber abgerechnete Punktmengen werden mit etwa 60% vergütet. Jetzt rechnet sich praktisch jeder Praxisinhaber aus, dass er Grenzkosten im Bereich von 30% bis 50% hat. D.h. jeder zusätzliche obendrauf abgerechnete Euro verursacht Kosten von 30 bis 50 Cent. Also ist eine Quote von 60% immer noch besser als nichts.

Darum steigen momentan die abgerechneten Leistungen vom Jahr 2005 zum Jahr 2006 in der KZV Niedersachsen um 14%. Zahnmedizinisch plausibel ist das nicht.

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Zahnersatz Marktanteil fällt immer tiefer
Gesendet von : Chef Sonntag, 19. März 2006 - 23:04
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
1980 hatte der Zahnersatz einen Anteil von 8,5% an allen Ausgaben der Krankenkassen. Dieser Anteil ist seitdem kontinuierlich gefallen und lag im Jahr 2004 bei nur noch 2,8%, mit weiter sinkender Tendenz. Die Details sind auf der Internet Seite der KZBV (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung) nachzulesen. Die Ausgaben für alle ärztlichen Leistungen (also alle Ärzte ohne Zahnärzte) veränderten sich in der gleichen Zeit so gut wie nicht und bewegen sich zwischen 17% bis 18%.

Was bedeuten diese nüchternen Zahlen? Zunächst einmal fällt das offensichtliche Mißverhältnis zwischen den Zahnersatzausgaben 1980 und der Gesamtsumme aller ärztlichen Honorare ins Auge. Der Zahnersatz hat damals soviel Geld der Krankenkasse verschlungen, dass man damit die Hälfte aller Arzthonorare hätte finanzieren können. Das war im Nachhinein betrachtet glatter Wahnsinn und läßt sich auch nur aus dem historischen Zusammenhang verstehen. Ein Urteil des Bundessozialgerichtes in den 70er Jahren hatte diese völlig aus dem Ruder laufende Zahnersatz-Kostenerstattung mit 100% Erstattung von goldenen Hufeisen von Ohr bis Ohr verursacht.

Diese bizarre Schieflage war aber einfach nicht finanzierbar und wurde darum in den Folgejahren vom Gesetzgeber in jeder "Gesundheitsreform" genannten Krankenkassen-Ausgabenkürzung-Gesetzen unter Blüm, Seehofer und Schmidt bei jeder Runde zu Lasten des Zahnersatzes korrigiert. Erstaunlich drastisch und konsequent kürzten die jeweiligen Gesundheitspolitiker den Goldesel der Zahnärzte. Von denen wurde zwar immer wieder die angeblich drohenden gesundheitlichen Risiken einer Unterfinanzierung des Zahnersatzes beschworen, was aber im Endeffekt nichts daran änderte, dass der Anteil des Zahnersatzes sich seit 1980 im freien Fall befindet.

Schaut man sich Vergleichszahlen aus unseren europäischen Nachbarländern an, dann sind die Ausgaben in Deutschland in der Zahnmedizin immer noch zu hoch. Wäre die deutsche Zahnmedizin eine Aktiengesellschaft, dann würde die aktuelle Empfehlung der Analysten lauten: "verkaufen".


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Regress bei einem Allgemeinarzt - Ullala lügt
Gesendet von : Chef Dienstag, 07. Februar 2006 - 11:33
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Hier einige Auszüge aus dem Beitrag von Dr. med. Erhard A. Stubenrauch, Allgemeinarzt im Leserforum von www.facharzt.de, die jeden Patienten wachrütteln müßten, der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) versichert ist:

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Argumente für meinen Regress 4/2004


Die Richtgrößen sind so gefasst, dass ich als Hausarzt einen Patienten in der Regel mit so wenig Geld nicht behandeln kann. Ich darf folgende Summen ausgeben und muss einen kranken Menschen 90 Tage damit behandeln:

Kinder von 0 - 4 Jahren 18,97 €
5 – 19 J. 16,45 €
20 – 44 J. 25,22 €
45 – 59 J. 58,09 €
60 – 69 J. 95,06 €
> = 70 J.125,53 €

Durchschnitt 54,89 €

Ich bin der Meinung (bis zum Beweis des Gegenteils), dass die Richtgrößen willkürlich und im Interesse von Krankenkassen und Politik und nicht im Interesse von Kranken und Heilenden ...
Das hat mit der Versorgungswirklichkeit im Lande wenig zu tun und erschwert mir eine sachgerechte medizinisch-pharmazeutische Versorgung meiner Patienten. Selbst bei großer Sparsamkeit liege ich seit vielen Quartalen/Jahren meist im Bereich um 20 bis 30 Prozent über den vorgegebenen Richtgrößen – wie etwa 80 Prozent meiner Kollegen in Bayern.

Und wenn in der Englisch-Arbeit 80 Prozent der Schüler in einem Bereich liegen, der besorgniserregend, zumindest auffällig ist, stimmt doch wohl mit den Vorgaben des Lehrers etwas nicht oder es stimmt mit dem Lehrer selbst etwas nicht ...
Und nun will die Politik, um endlich die verordnenden Ärzte tüchtig an die Kandarre nehmen und energisch maßregeln zu können, sie zumindest ständig bedrohen zu können (finanziell) den Sack zumachen: alle, die mehr als zehn Prozent diese vorgegebene willkürliche Richtgröße überschreiten, sind dran – notfalls (wen kümmert’s ?!) mit ihrer Existenz.

Beispiel:


Für ein krankes Kind darf ich in drei Monaten 16 Euro und 45 Cent ausgeben.
Gleichzeitig hat man einen Apotheker-Zuschlag von 8 Euro und 20 Cent eingeführt, der bei jeder verordneten Packung Medikament fällig wird.
Dafür habe ich bei den sehr schmal berechneten Medikamenten-Richtgrößen keinerlei Ausgleich gesehen – es wurde halt einfach behördlich verordnet und nicht angeglichen – vielleicht schlichtweg vergessen.
Selbst wenn das Medikament gar nichts kosten würde, kann ich also ganze zwei Packungen in den 90 Betreuungstagen für unser krankes Kind verordnen. Wenn das Medikament aber auch noch etwas kostet, wie viel soll ich dann verordnen – und was ... ?!

Ein krankes Kind braucht z.B. bei einer Bronchitis, bei der der Schleim gelb-grün ist, Fieber und Husten besteht, Schnupfen mit eitrigem Ausfluss, Halsschmerzen ... :
Ein Antibiotikum, z.B Klacid forte 31,34 €
Einen schleimlösenden Hustensaft, z.B. Bronchicum Elixir S5,60 €
Einen Hustenblocker für die Nacht, z.B. Codicaps K Saft 12,97 €
Ein schleimlösendes Nasenspray (Meereswasser-Spray) 5,06 €, das die Gänge zu den Stirnhöhlen und zum Mittelohr offen halten soll
Ein konstringierendes Nasenspray für die Nacht, damit das Kind nachts beim Liegen auch Luft bekommt und weil das Meereswasserspray lösen würde und nicht so lange anhält. 1,89 €
Einen Schmerz- und Fiebersaft, damit es nicht zu Fieberkrämpfen kommt – falls es gleichzeitig bricht, noch Fieberzäpfchen.3,18 €
Wenn es den Antibiotikasaft nicht verträgt und nach zwei Tagen einen Ausschlag bekommt, vielleicht einen zweiten Antibiiotikasaft als Alternative und zur weiteren ehandlung.
z.B. Amoxypen-Saft 15,80 €
Eine Creme gegen den Juckreiz, z.B. Kabanimat 12,98 €
Auf Grund der Antibiotika-Gabe zeigt sich nach einigen Tagen Durchfall.
Behandlung:
Imodium-Tropfen12,35 €
Diarrhoesan-Saft 7,95 €
sowie ein Mittel gegen Übelkeit (Vomex-A-Saft) 7,89 €
zusammen sind das bei einer Behandlungsdauer von
maximal ca. vierzehn Tagen 117 Euro und 1 Cent

Ärzte-Alltag in einer hausärztlichen Allgemein-Praxis mit reichlich Kindern.



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Einladung Decksteiner Kreis: BEMA Leistungsrückgang und GOZ-Abwertung
Gesendet von : Chef Freitag, 25. November 2005 - 10:52
Hier sollen in erster Linie die härter betroffenen Ärzte zu Wort komme
Seit 1991 bin ich Mitglied im Decksteiner Kreis, alle Kollegen/in in der Nähe von Köln sind herzlich eingeladen:
Termin: Montag 28.11. 2005, 20.00 Uhr
Ort: Decksteiner Tennisclub, Bachemer Landstraße 355, Köln Lindenthal
Thema: Leistungsrückgang BEMA und geplante GOZ- Abwertung
Zur ökonomischen Situation

Liebe Mitglieder, liebe Freunde des Decksteiner Kreises, nicht erst seit dem Einbruch beim Zahnersatz, den wir dank der "befundorientierten Festzuschüsse" in unsern Praxen feststellen, sondern auch durch den kontinuierlichen Rückgang des manifesten Behandlungsbedarfs seit 1985 hat sich die ökonomische Situation merklich verschärft. Die in den vergangenen Jahren vorgenommene Kompensation durch Leistungsausweitung bei Begleitleistungen ist an ihre Grenzen gekommen, neue Ausweichgebiete wie PZR oder Implantologie sind längst nicht an jedem Standort durchsetzbar, ganz abgesehen von Frage nach der Indikation dieser Leistungen.
Vielen ist der Ernst der Lage nicht bewusst,
dazu war die Entwicklung zu schleichend. Wir wollen an diesem Abend eine Analyse der Leistungsentwicklung seit 1985 für den Bereich der alten Bundesländer vornehmen, die Ausgabenentwicklung im Beobachtungszeitraum berücksichtigen und mit einer Prognose der Zahnärztedichte in Verbindung mit der demographischen der Entwicklung verknüpfen. Die Analyse macht deutlich, dass Zahnmedizin kein marktfähiges Produkt ist, sondern eine medizinische Leistung, die sich maßgeblich an der Notwendigkeit aus Sicht der Patienten orientiert. Mit welchen Konsequenzen müssen wir Zahnärzte rechen, wenn die Mitglieder der GKV und der PKV in Zukunft gleichgestellt sind? Welchen Sinn machen Zusatzversicherungen, wenn die BEMA- Leistung der Grenzfaktor sein soll? Sind Festzuschüsse Ausweg oder Bedrohung? Zur Klärung dieser und vieler weiter Fragen werde ich ihnen die Leistungsentwicklung seit 1985 in den verschiedenen Bereichen der Zahnmedizin vorstellen und den Versuch einer politischen und sozialen Wertung vornehmen. Es verspricht einmal mehr ein äußerst interessanter Abend mit sicherlich kontroverser Diskussion beim Decksteiner Kreis zu werden, zu dem ich Sie an dieser Stelle noch einmal herzlich einladen möchte.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jochen Bauer


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